Ergebnisse aus dem Monitor Unternehmensengagement 2025
Die Studie untersucht auf Basis des Monitors Unternehmensengagement 2025 das Engagement von kleinen, mittleren und großen Unternehmen in Bayern – mit dem Ziel, ein repräsentatives und aktuelles Bild der privatwirtschaftlich geförderten Engagementlandschaft zu zeichnen. Unter Unternehmensengagement werden hier alle gemeinwohlorientierten Aktivitäten von Unternehmen verstanden, die über ihre originäre Geschäftstätigkeit sowie gesetzliche Vorgaben hinausgehen und folglich freiwillig sind.
Neben der Analyse von Umfang, Formen, Bereichen und Mehrwerten des Engagements umfasst der Bericht besondere Fokusthemen, wie das Engagement im Bildungsbereich, für den Klimaschutz oder auch für demokratische Werte. Ausgehend von dem gezeichneten Bild werden konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Damit bietet die Studie Unternehmen eine wichtige Orientierungshilfe für die gezielte Weiterentwicklung ihres Engagements.
Die im Februar 2026 veröffentlichte Studie wurde von ZiviZ im Stifterverband im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales erstellt. Sie liefert zentrale Erkenntnisse für Akteure der Engagementförderung, die die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung stärken wollen. Für politische und administrative Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger stellt sie eine belastbare Datenbasis bereit, um bestehende Rahmenbedingungen zu verbessern, sektorübergreifende Potenziale zu fördern und zukunftsfähige Kooperationen zu stärken.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
- Unternehmen engagieren sich auf vielfältige Weise
Unternehmen in Bayern engagieren sich in vielfältiger Weise für das Gemeinwohl. Am häufigsten leisten sie Geld- und Sachspenden. Daneben sind auch Freistellungen von Beschäftigten, kostenlose Dienstleistungen und Nutzungsüberlassungen weit verbreitet. Immer mehr Unternehmen engagieren sich über nachhaltige Geldanlagen, die Umsetzung eigener Projekte sowie kostenlose Dienstleistungen. Tendenziell rückläufig ist, gerade unter kleinen Unternehmen, hingegen die Freistellung von Beschäftigten für Engagement und Nutzungsüberlassungen.
- Spendenverhalten mit großer Spannbreite
Geldspenden sind weiterhin die am häufigsten genutzte Engagementform. Die Spendensumme hängt erwartungsgemäß eng mit dem Jahresumsatz der Unternehmen zusammen. Größere Unternehmen spenden höhere Beträge. Gleichwohl zeigt sich gerade unter Großunternehmen weiterhin viel Potenzial zur zusätzlichen Mobilisierung von Spenden. Während ein Drittel der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro jährlich mehr als 50.000 Euro aufwendet, spenden 43 Prozent dieser Unternehmen lediglich vergleichsweise geringe Summen von bis zu 10.000 Euro.
- Thematische Verschiebungen zugunsten der Bereiche Bevölkerungs- und Klimaschutz
Die gesellschaftlichen Bereiche des Unternehmensengagements sind vielfältig, haben sich in den vergangenen Jahren aber teils verändert. Zwar bleibt der Sport der häufigste Engagementbereich (56 Prozent der engagierten Unternehmen sind im Sport aktiv), gefolgt von Bildung und Erziehung (40 Prozent) sowie Freizeit und Geselligkeit (36 Prozent). Deutlich häufiger als in der Vergangenheit sind Unternehmen inzwischen im Bevölkerungsschutz aktiv. Dort wuchs der Anteil der engagierten Unternehmen auf 30 Prozent und hat sich seit 2018 damit fast verdoppelt.
Auch der Klimaschutz hat in den vergangenen Jahren als Engagementbereich an Bedeutung gewonnen. 17 Prozent der Unternehmen engagieren sich mittlerweile in diesem Bereich. Besonders verbreitet sind Maßnahmen zur Förderung klimafreundlicher Mobilität sowie zur CO₂-Kompensation. Jenseits interner Maßnahmen zur Förderung des Klimaschutzes setzen sich Unternehmen für Klimaschutzbildung ein oder unterstützen externe Projekte
Tendenziell rückläufig ist hingegen der Anteil der im Bereich Bildung und Erziehung engagierten Unternehmen. Dieser lag 2025 zehn Prozentpunkte unter dem Wert von 2018. Inhaltlich konzentrieren sich Unternehmen in diesem Bereich auf die Förderung sozialer Kompetenzen wie Teamfähigkeit, auf MINT-Kompetenzen sowie unternehmerisches Denken. Im Rahmen des Engagements im Bildungsbereich werden insbesondere die Abschnitte schulische Bildung, Ausbildung sowie frühkindliche Bildung adressiert.
- Lokale Ausrichtung, vielfältige Zielgruppen und zivilgesellschaftliche Kooperationen
Das gesellschaftliche Engagement der Unternehmen in Bayern ist überwiegend lokal ausgerichtet. Knapp drei Viertel der engagierten Betriebe sind im unmittelbaren Umfeld ihres Standorts aktiv. Am häufigsten adressiert werden dabei Kinder und Jugendliche, dahinter folgen finanziell schlechter gestellte Menschen, Menschen mit Behinderung und Familien. Das Engagement von über einem Drittel der Unternehmen richtet sich jedoch an keine spezielle Zielgruppe. Viele Unternehmen kooperieren im Rahmen ihres Engagements mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, insbesondere mit lokalen Vereinen aber auch Wohlfahrtsverbänden.
- Große Unternehmen positionieren sich häufiger für demokratische Werte
Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wird die Frage nach der Rolle von Unternehmen bei der Förderung demokratischer Werte verstärkt diskutiert. Zwar befürwortet eine deutliche Mehrheit ein klares Bekenntnis zu demokratischen Werten, konkrete Aktivitäten wie öffentliche Stellungnahmen oder Beteiligung an entsprechenden Kampagnen sind dennoch selten. Größere Unternehmen zeigen sich hier deutlich aktiver als kleine und mittlere Betriebe.
- Personalbezogene Mehrwerte rücken stärker in den Fokus
Immer mehr Unternehmen sehen in ihrem gesellschaftlichen Engagement Mehrwerte im Personalbereich. So betonen sie häufiger als noch im Jahr 2018 positive Effekte auf die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, die stärkere Bindung von Beschäftigten an das Unternehmen sowie die Förderung von Kompetenzen in der Belegschaft als Begleiteffekt ihres Engagements.
- Stabiles Engagementniveau mit punktuellem Ausbau
Etwa jedes fünfte Unternehmen plant, sein Engagement künftig auszubauen. Knapp drei Viertel möchten den aktuellen Umfang zumindest beibehalten. Als förderliche Rahmenbedingungen für eine stärkere Beteiligung nennen Unternehmen vor allem finanzielle Anreize. Demgegenüber werden bürokratische Anforderungen sowie eine angespannte wirtschaftliche Lage als zentrale Hemmnisse wahrgenommen.