digital.engagiert

Die Förderinitiative von Amazon und Stifterverband unterstützt zivilgesellschaftliche Digitalisierungsprojekte für die Bildungsarbeit.

In der zweiten Ausschreibungsrunde 2019 werden Projekte gefördert, die Bildungsformate und Bildungsangebote digital ergänzen oder ganz neu denken – damit auch die Generation von morgen die nötigen Zukunftskompetenzen erwirbt. Rund 150 Projekte aus mehr als 50 Regionen hatten sich beworben – darunter war von Sozialunternehmen über Vereine und Ehrenamtliche alles mit dabei. Am 9./10. Mai 2019 fand in Berlin eine Kick-off-Veranstaltung mit den Geförderten.

Die Projektideen adressieren einen Bedarf in der Bildungsarbeit, verbessern Bildungsformate und Bildungsangebote, bauen auf einer technologischen Lösung auf und sind skalierbar. Alle Teilnehmenden erhalten individuelle Beratung und Betreuung durch eigene Coaches, ein umfangreiches Trainings-Programm mit weiteren Experten und finanzielle Unterstützung im Wert von 120.000 Euro, die gleichmäßig (jeweils 10.000 Euro Sockelbetrag) unter den teilnehmenden Projekten verteilt werden. Im November 2019 werden das Engagement und die Fortschritte aller Teilnehmenden bei einer Abschlussveranstaltung gewürdigt und drei Projekte als Gewinner ausgezeichnet. Sie erhalten Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.

Ziel der Förderinitiative ist es,

  • die Chancen der Digitalisierung verstärkt für die Verbesserung von Bildungsformaten und Bildungsangeboten durch zivilgesellschaftliches Handelns zu nutzen
  • den Austausch mit Fachexperten aus dem dritten Sektor, Bildungssektor und Digitalökonomie zum Nutzen der Teilnehmenden und der Zivilgesellschaft zu befördern
  • durch individualisiertes Coaching und praktische Hilfestellung zur erfolgreichen Umsetzung und Verstetigung der geförderten Projekte beizutragen

 

Die geförderten Projekte 2019

CORRECTIV - Recherchen für die Gesellschaft
Soziale Medien sind heutzutage für viele eine der wichtigsten Informationsquellen – ohne immer zu wissen, welchen Informationen man trauen kann und welche man preisgeben möchte. Correctiv möchte Menschen helfen, zu ihren eigenen Chef-Redakteuren zu werden: Eine bereits im Januar gegründete Reporterfabrik gibt es schon – mithilfe von digital.engagiert soll sie nun zu einer Bürgerakademie für Medienkompetenz ausgebaut werden und so dazu beitragen, dass sich jeder Mensch digital einfach weiterbilden kann, sich alle Möglichkeiten der Recherche und des Berichtens aneignen und ein neues Verhältnis zur Öffentlichkeit entwickeln kann.

Facilita
Die Attraktivität und Anerkennung von freiwilligem Engagement zu steigern – das hat sich die Plattform Facilita vorgenommen. Der Mechanismus für Organisationen und Vereine ermöglicht, sichtbar zu machen, welche Kompetenzen Freiwillige durch ihr Engagement entwickeln und ermöglicht es den Organisationen individuelle Förderung anzubieten. Dadurch kann da Ehrenamt sein ganzes Lernpotential entfalten. Die Förderung durch digital.engagiert möchten die Macher hinter Facilita dazu nutzen, um mithilfe eines Dashboards die Entwicklung zu messen und in Echtzeit anzuzeigen.

Hacky Days – Ideen für ein besseres Wir
Wie kann man die Hürden und Barrieren im Alltag und in den Köpfen abbauen, wenn es um Menschen mit körperlichen Behinderungen geht? Die Macher hinter den Hacky Days wollen Kinder selbst Ideen für ein besseres Wir im Kiez, in der Schule und in der Freizeit entwerfen lassen – und zwar mit Mini-Hackathons und digitalen Lernplattformen. Denn digitale Tools bieten Potentiale für viele gesellschaftliche Herausforderungen – warum nicht auch für Inklusion?

Kinderchorland goes digital
Kulturelle Teilhabe allen Kindern von klein auf ermöglichen: Dieses Ziel hat sich die Deutsche Chorjugend e.V. gesetzt. Eine interaktive Web-Applikation soll als Informations- und Vernetzungsportal für Akteure im Kinderchorbereich dienen und mit fachlichem Input, Finanzierungsstrategien, Fachtagungen und deutschlandweiten Aktionstagen Kinderchöre vor allem auch in ländlichen Regionen unterstützen – jetzt muss das Portal nur noch gebaut werden! 

Labosium
Nie mehr Langeweile in Freistunden oder in der Nachmittagsbetreuung! Über das Labosium, einer intuitiven Videoplattform, können Kinder naturwissenschaftliche Projekte nachbauen – von einer Kartoffelbatterie, über einen Dynamo bis hin zu einem programmierbaren Roboter: Mit der richtigen Erklärung ist für Kinder alles möglich und so macht Lernen wieder Spaß! Jeder kann das Labosium besuchen, sowohl von zuhause als auch in Schulen oder Kitas – es soll zeitgemäße und chancengleiche Lernkonzepte ermöglichen!

LEE. Everyone needs a Lee.
LEE ist ein App-basiertes Mentoringprogramm für LSBTIQ-Jugendliche und junge Erwachsene, damit alle die eigene sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in einer inklusiven und diskriminierungsfreien Gesellschaft leben können. LEE steht bisher noch am Anfang der Umsetzungsphase: Langfristig soll das Projekt mithilfe von digital.engagiert zum persönlichen Wachstum sowie zur sozialen Eingliederung von LSBTIQ-Jugendlichen beitragen. (LSBTIQ = Lesbisch, Schwul, Bi, Trans*, Inter* und Queer)

Offene Programmierwerkstätten Ostbrandenburg #oderdojo
Neuland 21 e.V. und CoderDojo Deutschland e.V. finden: Im 21. Jahrhundert sollte jedes Kind die Möglichkeit haben, neben Fremdsprachen auch Programmiersprachen und den Umgang mit Hardware zu erlernen. Besonders in ländlichen Gebieten sind digitale Lernangebote jedoch dünn gesät – ein Problem, das die beiden Vereine bei digital.engagiert mit offenen Programmierwerkstätten (zunächst in der Pilotregion Ostbrandenburg) spielerisch und projektorientiert lösen wollen.

Partizipations-Lern-Plattform: Bürgerbeteiligung für Kommunalpolitik
Mehr Demokratie und weniger Populismus durch eine bessere Bürgerbeteiligung in der Kommunalpolitik: Dafür steht die Partizipations-Lern-Plattform des Vereins Politik zum Anfassen. Die Plattform soll Kommunalpolitikern neben Online-Materialien und Kursen die Möglichkeit bieten, sich untereinander auszutauschen – um mit diesem Wissen ihre Mitbürgern besser in Entscheidungen einbeziehen zu können. Jetzt muss die Plattform nur noch gebaut und mit Inhalten gefüllt werden!

perfect island
In den Projektwerkstätten gestalten Schüler ihre Vision von einer idealen Gesellschaft – unterstützt durch digitale Tools zur Fotoveränderung, virtuellen Gestaltung von 2D- und 3D- Umgebungen oder 3D-Druck. Parallel und im Anschluss soll ein Stadtatelier der Oldenburger Kunstschule mit einem artist in residence als “Stadtutopisten“ in Kooperation mit Kultur- und Bildungseinrichtungen die Möglichkeit bieten, gemeinsam an realen Stadtutopien für Innenstädte zu werkeln.

Qualifizierung von Mitarbeitenden – Ausbildung mit virtueller Realität
Wie geht Erste Hilfe im 21. Jahrhundert? Der DRK Kreisverband aus Herford-Stadt hat eine Idee: Mit virtueller Realität können Rettungssanitäter ortsungebunden, realitätsnah und zugleich fachspezifisch qualifiziert werden – egal ob haupt- oder ehrenamtlich. Bei digital.engagiert soll es jetzt erstmal damit losgehen, einzelne Lernmodule im virtuellen Raum zu standardisieren und teilnehmendenorientiert zur Verfügung zu stellen.

Racketmind Badminton – Wissen – Immer – Überall
Neue Spitzensportler für Deutschland – aber diesmal im Badminton? Das Projekt Racketmind Badminton möchte den Sport in Schulen und Vereinen bekannter machen und plant darüber hinaus ein Tool, dass für alle relevanten Nutzer interessant sein dürfte: Eine Plattform soll die Qualifizierung angehender Trainer vereinfachen, indem Anwesenheitszeiten reduziert und Expertenwissen deutschlandweit online zur Verfügung gestellt wird. Aber auch öffentliche Hilfestellungen per Mausklick sollen helfen, Wissen schnell und einfach zu transportieren. Die Idee steckt derzeit noch in den Kinderschuhen – und soll mithilfe von digital.engagiert nun weiter professionell umgesetzt werden.

TEOLEO – Bildung von Anfang an
Teoleo möchte Kinder darin bestärken, zu sein was sie sind: Kleine Weltentdecker, die selbst genau wissen, was sie benötigen, um gesunde und starke Persönlichkeiten zu werden. In der App finden Eltern und andere Bezugspersonen Inspirationen, wie sie den natürlichen Entdeckungsdrang ihrer Kinder spielerisch fördern können – etwa mit Geschichten, Bewegungsimpulsen oder einfachen Experimenten. Die App gibt es schon: Jetzt fehlt nur noch die richtige Unterstützung durch digital.engagiert, um die Idee zu skalieren.

Die geförderten Projekte 2018

160 gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmen hatten sich in der ersten Förderrunde beworben – 15 Projekte von ihnen hat die Jury ausgewählt und zur Teilnahme an dem Coaching-Programm eingeladen. Alle Bewerber wollen mit innovativen Ideen die Digitalisierung der Zivilgesellschaft vorantreiben – die Auswahl fiel entsprechend schwer.

  • DayCare Technology gUG
    Das Team hinter DayCare Technology hat eine Vision: Mithilfe virtueller Realität können Menschen mit Beeinträchtigungen Orte erleben, die für sie sonst kaum zugänglich sind.
     
  • Kultur Life gGmbH
    Interaktives Lernen in leichter Sprache: Das Team hinter dem Projekt "Macht der Sprache" der Kultur Life gGmbH möchte Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt schaffen. Menschen mit Beeinträchtigungen werden durch eine Lernsoftware befähigt, erfolgreich an digitalen Bewerbungsprozessen teilzunehmen – gegen soziale Ausgrenzung und für einen inklusiven Arbeitsmarkt.
     
  • innatura gGmbH
    Überfluss trifft auf Bedürftigkeit – „innatura“ vermittelt Sachspenden für soziale Zwecke. "Spenden statt wegwerfen" soll das Leitmotiv von Entscheidern in Hersteller- und Handelsunternehmen sein. Daran arbeitet das Team hinter innatura und möchte ihre Idee skalieren. Die Herausforderung dabei: der Ausbau der Logistik und die IT-Unterstützung der Prozesse.
     
  • Vostel Volunteering UG
    Die Plattform vostel.de vermittelt wirkungsvolles ehrenamtliches Engagement– unabhängig von Vor- und Sprachkenntnissen sowie Zeitbudget. Mit Hilfe von „digital.engagiert“ will das Team die eigene Arbeit skalieren und sich zu einer wichtigen Anlauf- und Qualifizierungsstelle für Freiwilligenengagement und Corporate Volunteering entwickeln.
     
  • Ginsheim-Gustavsburger Tafel e.V.
    Der Ginsheim-Gustavsburger Tafel e.V. möchte mit dem Projekt "SOLVE! Sachspenden online vermitteln" Möbelspenden durch eine Online-Plattform effizienter und kostengünstiger organisieren – durch weniger Zeitaufwand und gesunkener Fahrt- und Lagerraumkosten. Das Projektteam aus Geflüchteten will den Verein mithilfe digitaler Lösungen professionalisieren.
     
  • Fearless Democracy e.V.
    Das Team möchte mit dem Projekt „HateAid“ Menschen, die digital gemobbt werden, eine Hilfsplattform zur Verfügung stellen – eine digitale Anlaufstelle für Betroffene, die Selbstschutz und Orientierung gibt.
     
  • tatkräftig e.V.
    Der Verein vernetzt nach dem Prinzip "1 Team. 1 Tag. 1 Ziel" Gruppen von Freiwilligen mit gemeinnützigen Einrichtungen, die Hilfe benötigen. Mit Hilfe von digital.engagiert soll der Service automatisiert und skaliert werden, damit die Arbeit sichtbarer wird und einem breiteren Publikum zur Verfügung steht.
     
  • Enactus, Leibnitz Universität Hannover e.V.
    Die studentische Initiative will die Welt im Kleinen durch unternehmerische Projekte verbessern. Mit dem Projekt "Pfandschaf(f)t" soll das Spenden von Pfand erleichtert werden, indem digitale Tools Pfandgeber und Pfandsammler miteinander verbindet. So wird das Pfandsammeln nicht nur einfacher, sondern für alle Beteiligten auch effizienter.
     
  • Social Orange
    Dokumentation ist in der sozialen Arbeit ein zeitaufwändiger Prozess – und steht nicht selten in Konflikt mit den eigentlichen Aufgaben: der Unterstützung von Menschen. Durch Digitalisierung und Automatisierung der Dokumentation sollen die eigentlichen Aufgaben gestärkt und Menschen in der sozialen Arbeit entlastet werden.
     
  • Data Science for Social Good Berlin
    Das Projekt hilft Non-Profit-Organisationen, von den Vorteilen dateninformierter Arbeit zu profitieren – durch die Vernetzung mit Experten aus diesem Bereich. Die Initiatoren organisieren für ihr "Projekt Reichweite" digitale Events und Workshops, bei denen zivilgesellschaftliche Akteure mit Daten-Experten vernetzt werden.
     
  • LandesSportBund Niedersachsen e.V.
    Die Organisation will die Verwaltungsarbeit im Ehrenamt vereinfachen, indem er eine online Geschäftsstellenlösung mit kleinen und mittleren Landesfachverbänden entwickelt. Darüber können Ehrenamtliche und Vereinsmitglieder jederzeit Verbands- oder Vereins-Angelegenheiten direkt und zeitsparend von Zuhause oder von Unterwegs erledigen. Damit nicht Verwaltungsaufgaben, sondern die Entwicklungsarbeit und die Gestaltung von Sport und Bewegung in Vereinen und Verbänden ihr Engagement das Handeln prägen.
     
  • KARL, der Ökobot
    Umweltschutz ist vielen Menschen wichtig, doch sie wissen oft nicht genau, was sie konkret ändern können, um in diesem Sinne zu handeln. Das Team möchte mit Hilfe der Bot-Technologie personalisierte Handlungsempfehlungen und Tipps zur Verfügung stellen – damit aus Vorsätzen Handlungen werden.
     
  • Ackerdemia e.V.
    Das vielfach ausgezeichnete Bildungsprogramm "GemüseAckerdemie" möchte die analoge Welt mit digitalen Lernangeboten verknüpfen. Während jede Bildungseinrichtung weiterhin einen Acker vor Ort bewirtschaftet, erhalten die Teilnehmer individualisierte, standortbezogene und bedarfsgerechte Informationen digital.
     
  • Turning Tables Deutschland
    Die internationale NGO führt in fünf Ländern innovative Musik- und Filmprojekte mit marginalisierten Jugendlichen durch. Nun wollen die Initiatoren auch in Deutschland ein mobiles Containerstudio aufbauen und so Jugendlichen beibringen, digitale Technik zu nutzen, um ihre Sorgen, Hoffnungen und Träume selbstbestimmt und kreativ in selbstproduzierter Musik- und Filmmedien auszudrücken.
     
  • Phineo gAG
    Wirkungsmessung in Bereich der Gemeinnützigkeit wird immer wichtiger. Das Wirk-O-Meter von Phineo soll ein Online-Test werden, mit dem Organisationen die Wirkung ihrer Arbeit ermitteln können. Der Test soll einen spielerischen Themenzugang ermöglichen und teils individualisiertes Feedback zum Wirkungsgrad zur Verfügung stellen. Die Eingaben werden anonymisiert gespeichert, was spätere Sektor-bezogene Analysen erlaubt.

Alle Teilnehmer erhielten individuelle Beratung und Betreuung durch eigene Coaches, ein umfangreiches Trainingsprogramm mit weiteren Fachexperten und finanzielle Unterstützung im Wert von 120.000 Euro, die bedarfsgerecht unter den Teilnehmern verteilt werden. Am 13. November 2018 wurden die Arbeit und die gemachten Fortschritte aller Teilnehmer auf einer Abschlussveranstaltung gewürdigt und drei Projekte als Gewinner ausgezeichnet. Die Jury besonders überzeugt haben das Projekt "KARL, der Ökobot", das Bildungsprogramm GemüseAckerdemie und der LandesSportBund Niedersachsen e.V. Sie erhalten Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.

Foto: Tobias Koch
Auszeichnung für das Projekt "KARL, der Ökobot" aus Bremen
Foto: Tobias Koch
Auszeichnung für das Bildungsprogramm "GemüseAckerdemie" des Vereins Ackerdemia aus Potsdam
Foto: Tobias Koch
Auszeichnung für den LandesSportBund Niedersachsen e.V. mit dem Projekt einer digitalen Geschäftsstelle

Publikationen

Thesenpapiere und Studien, die im Rahmen des Projekts "digital.engagiert" entstanden sind

Kontakt

Patrick Gilroy

ist Projektleiter.
 
T 030 322982-317
F 030 322982-569

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Lydia Markowski

ist Projektmanagerin.

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F 030 322982-569

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